Umgang mit der neuen Lebenssituation

Nach der Niederkunft kann nicht nur der Körper, sondern auch die Seele aus dem Gleichgewicht geraten. Der neue Lebensrhythmus, wenige Schlaf und nicht zuletzt das Fremdbestimmt-Sein können Auswirkungen auf ihr Wohlbefinden haben. Es kann hilfreich sein, dass sie sich einer aussenstehenden Person anvertrauen. Wir sind auch dafür da.

Babyblues

Etwa drei Viertel aller Mütter erleben nach der Geburt eine Zeit der Niedergeschlagenheit oder Traurigkeit, die meist drei bis sechs Tage nach der Entbindung einsetzt und damit oft mit dem Milcheinschuss einhergeht. Dieser Zustand wird als Babyblues oder postpartales Stimmungstief bezeichnet. Das Stimmungstief verschwindet innerhalb von Stunden oder Tagen wieder, ohne dass eine Behandlung nötig ist. Symptome sind erhöhte Emotionalität, Traurigkeit, Weinen, Stimmungsschwankungen, Besorgnis, Erschöpfung und Schlaf- und Appetitstörungen. Dabei handelt es sich um einen natürlichen Anpassungsprozess der Frau von der Schwangeren zur Mutter und ist eine Reaktion auf die überwältigende Lebensveränderung die mit der Geburt eines Babys verbunden ist. Auf der körperlichen Ebene werden vor allem die enormen hormonellen Umstellungen, die nach der Geburt und mit dem Einsetzen der Milchbindung beginnen, für das Stimmungstief verantwortlich gemacht.

Postpartale Depression

Von einer Wochenbettdepression (postpartalen Depression) sind ungefähr 15% der Frauen betroffen. Auch Väter können daran erkranken. Trotzdem ist das Thema immer noch wenig bekannt. Als Wochenbettdepression werden alle schweren, länger andauernden und behandlungsbedürftigen depressiven Erkrankungen im ersten Jahr nach der Geburt bezeichnet.

Der Übergang vom Babyblues zur ernsthaften Depression kann fliessend sein. Aber auch Wochen nach der Geburt kann unabhängig des Babyblues eine Wochenbettdepression auftreten. Typische Symptome sind Erschöpfung, Stimmungsschwankungen, Antriebslosigkeit, Leere, sexuelle Unlust, Traurigkeit, Schuldgefühle, mangelndes Selbstvertrauen, Schlaf- und Appetitstörungen, Ängste, Panikattacken, Zwangsgedanken, sozialer Rückzug bis zu Selbstmordgedanken. Auch ablehnende Gefühle dem Kind gegenüber können sich durch eine Wochenbettdepression äussern. Oft bestehen auch körperliche Beschwerden wie zum Beispiel Schwindel, Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen und Muskelverspannungen.